Gesundheitsstudie KiGGS: Deutschlands Jugend sprintet voran

Immer wieder machen Schlagzeilen und Gerüchte die Runde, dass die Kinder in Deutschland immer weniger Sport treiben, schon in jungen Jahren Drogen konsumieren, immer mehr Kilos zunehmen und ihre ganze Freizeit als Stubenhocker vor Hightech Displays verbringen. Eine neue Studie beweist nun das komplette Gegenteil: Deutschlands Jugend ist außerordentlich fit und die meisten Kinder strotzen nur so vor lauter Gesundheit. Doch welche Rolle spielen soziale Unterschiede bei der gesundheitlichen Entwicklung unserer Kinder laut der Studie des Robert Koch Institutes?

Selbsteinschätzung stimmt mit Studie überein

Die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des Robert Koch Instituts lässt wohl viele von uns erst einmal aufatmen: der Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist völlig in Ordnung. Kinder bis zum siebenten Lebensjahr spielen jeden Tag an der frischen Luft. Deutschlands Jugend treibt äußerst gerne Sport, ob in der Schule, im Verein, auf dem Spielplatz oder einfach nur mit Freunden auf dem Bolzplatz. Die meisten Kinder und Jugendliche erfreuen sich zudem einer äußerst stabilen Gesundheit. Kurzum gesagt: Die Jugend in Deutschland ist fitter und gesünder als wir wohl vermutet haben.

Obwohl die KiGGS-Studie der Gesundheit deutscher Kinder ein grundsätzlich positives Zeugnis ausstellt, haben Jungen und Mädchen mitunter auch mit Krankheiten zu kämpfen. Probleme haben sie vor allem mit Immunkrankheiten wie Asthma oder Neurodermitis. Vorwiegend essen Jugendliche zu wenig Obst und Gemüse und verbringen einen Großteil des Tages vor dem Computer oder Fernsehen. Positiv: Jugendliche rauchen weniger als früher.

Dabei hätte man einfach nur mehr auf die Äußerungen der Kinder selbst und die ihrer Eltern hören müssen. Laut der Studie sind nämlich 88 % der Minderjährigen über ihren eigenen und 94 % der Eltern von dem guten Gesundheitszustand ihrer Sprösslinge überzeugt. Dieses Resultat übersteigt damit deutlich die Werte früherer Studien. Und ein jeder weiß: wie man sich selber fühlt, so sieht meist auch die Realität aus. Wir können also davon ausgehen, dass unsere Kinder seit zumindest 2003 gesünder und fitter geworden sind!

KiGGS Studie - Ernährung und Essverhalten

Mit steigendem Alter sinkt der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die jeden Tag zu Hause frühstücken (Quelle: Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland2013, S. 34).

So lief die Studie KiGGS ab

Die Studie lief über drei Jahre hinweg von 2009 bis 2012. Hierbei wurden 16.000 Teilnehmer per Telefon von den Experten des Robert Koch Instituts befragt. Ab einem Alter von 11 Jahren durften die Kinder selber Fragen beantworten. Einige der Kinder und Jugendlichen wurden zudem medizinisch untersucht und genauer befragt. Die Auswertung der Antworten ist ein riesiger Arbeits- und Zeitaufwand, der sich noch bis zum nächsten Jahr hinziehen wird. Vorab hat das Institut jedoch schon viele wichtige und interessante Fakten veröffentlicht, welche ich euch im Folgenden vorstelle.

Arztbesuche sind trotz gutem Allgemeinzustand keine Seltenheit

Immunkrankheiten: Trotz der überwiegenden gesunden Mehrheit unserer Kinder treten doch häufiger Autoimmunerkrankungen als früher auf. Diese haben zwar häufig keine wirklichen gefährlichen Folgen, sind jedoch im Alltag sehr lästig und anstrengend. Sie können dazu führen, dass die Kinder an Sport- und anderen Freizeitaktivitäten nicht mehr aktiv teilhaben können. So haben 9 % der Kinder und Jugendlichen im letzten Jahr mindestens einmal Heuschnupfen gehabt. Neurodermitis, eine juckende Hautkrankheit, hatten 6 % und unter Asthma Anfällen litten ganze 4 %. Erschreckend ist hier aber auch, dass der Anteil an Erkrankungen im Kleinkinderalter weiter angestiegen ist.

Impfungen, Unfälle und Verletzungen: Die Anzahl der Mädchen, die sich im Alter von 12 bis 17 Jahren dreimal gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen sollte, könnte dagegen deutlich höher sein. So sind 53 % einmal und nur 40 % vollzählig geimpft worden.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich in Folge eines Unfalles in Behandlung innerhalb eines Jahres begeben müssen liegt bei stolzen 16 %. Kleinkinder kommen häufig wegen Stürzen und erleiden hierbei oft offene Wunden, ältere Kinder und Jugendliche dagegen wegen Zusammenstößen. Hier sind die Verletzungen auch dementsprechend gravierender: schmerzhafte Knochenbrüche, Prellungen und Zerrungen sind keine seltenen Folgen!

Viele Kinder und Jugendliche sind sportlich topfit

Sport, Schwimmen, Bewegung: Vor allem vor der Zeit der Einschulung verbringen Kinder gerne ihre Freizeit draußen und sind keine Stubenhocker. So spielen 78 % der Drei- bis Zehnjährigen fünfmal in der Woche an der frischen Luft. Ebenso hoch sind die Anteile, der Kinder und Jugendlichen die neben der Schule oder dem Kindergarten aktiv Sport treiben und das zumeist für zwei Stunden pro Woche. Bei Jugendlichen geschieht dies oft in privaten Vereinen wie dem entega-Kindersportclub. Durchschnittlich lernen Kinder im Alter von 6 1/2 Jahren schwimmen.

Computer und Medien: Leider sind aber auch 36 % mehr als vier Stunden täglich vor dem Bildschirm. Hier ist entgegen allgemeiner Annahme immer noch der Fernseher beliebter als der PC oder die Konsole. Das weibliche Geschlecht setzt zudem mehr auf das Smartphone als die Jungen, die dagegen abermals ihren heißgeliebten Fernseher bevorzugen.

KiGGS Studie - Sportliche Aktivitäten

Spiel und Sport  gehen gerade bei kleineren Kindern oft ineinander über. Dieses zeigen die illustrierten Fakten (Quelle: Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland2013, S. 18).

Auf dem Ergebnis der KiGGS Studie kann sich nicht ausgeruht werden

Leider zeigt die Studie auch einige gravierende Divergenzen zwischen den sozialen Schichten auf. Kinder aus ärmeren Verhältnissen sind oft benachteiligt. So bewegen sich Mädchen aus sozial schwachen Familien deutlich weniger als ihre Altersgenossen. Auch beim Schwimmen zeigen sich hier Unterschiede. Kinder aus benachteiligten Familien lernen häufig später oder manchmal sogar gar nicht schwimmen. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf!

Autor: Tom

Hi, ich bin Tom und möchte dir auf Jogging-portal.com zeigen, wie ich aus dem Alltag ausgebrochen bin und zum Läufer wurde. Joggen kann jeder aber ich zeige dir wie es richtig geht. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen, Lernen, Joggen und Trainieren.

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