Joggen bei Erkältung, ja oder nein?

Herbst- und Winterzeit ist auch gleich Erkältungszeit. Wenn es draußen kalt und nass ist, plagt so manchen Läufer eine unangenehme Erkältung. Doch wie kann man sich vor einer Erkältung schützen und darf man bei einer Ekältung Joggen? Dieser Beitrag deckt auf.

Essen und Bewegung sind das A und O

Zwei Äpfel der Sorte Gala

In der kalten Jahreszeit ist die richtige Ernährung und ein moderates Sportprogramm von essentieller Bedeutung.

In den dunklen Wintertagen ist man oft lieber auf der Couch gemütlich machen würde, anstatt sich zu bewegen, sollte man bewusst gegen dieses Verlangen vorgehen. Denn gerade in der kalten Jahreszeit sind die richtige Ernährung und ein moderates Sportprogramm von essentieller Bedeutung, um gesund und fit zu bleiben.

Sportwissenschaftler bestätigen die positive Wirkung, die vor allem Ausdauertraining auf das Immunsystem hat. Angeblich bewirkt das regelmäßige Training einen Anreiz des Immunsystems, sich besser abzuhärten.

Laut Hajo Haase vom Institut für Immunologie an der Uniklinik der RWTH Aachen sei das Immunsystem nicht dafür konzipiert, in konstant warmen Temperaturen und ohne körperliche Bewegung auszuharren. So hätten eindringende Erreger die Gelegenheit, sich an den Lymphknoten festzusetzen, da die Lymphflüssigkeit nur durch Muskelkontraktion transportiert werde.

Für die gemütlichere Gruppe Mensch

Der Erkältung vorbeugen lässt sich auch durch regelmäßige Saunagänge oder Kaltwasserbäder. Diese tragen zu einer besseren Thermoregulation bei, wodurch der Körper im Sommer leichter abkühle und im Winter seine Wärmekapazitäten schone, was sich allerdings wissenschaftlich erst in Extremsituationen nachweisen lässt.

Regelmäßiges Joggen für mehr Wohlbefinden

Während es reicht, bei der Ernährung Wert auf eine ausgewogene Mischkost mit viel Obst – z.B. Apfel oder eine Banane – und Gemüse zu legen, sollte man sich der sportlichen Betätigung offensiver widmen. Gerade beim Laufen im Freien sollte darauf geachtet werden, durch die Nase zu atmen, um die Luft, die durch die Atemwege zu den Lungen strömt, vorzuwärmen und die Bronchialschleimhaut nicht austrocknen zu lassen. Das Austrocknen der Schleimhäute bewirkt nämlich ein leichteres Festsetzen von Bakterien. Auch sollte man darauf achten, dass man bei eisigen Temperaturen nicht zu lange Pausen einlegt. Dann besteht nämlich die Gefahr, den Körper zu stark auskühlen zu lassen, was eine Erkältung geradezu heraufbeschwören könnte.

Doch vor allem gilt: Wer bereits krank ist, sollte nicht laufen! Denn sonst läuft man Gefahr, die Krankheit zu verschleppen und im schlimmsten Fall eine Herzmuskelentzündung hervorzurufen.

Allerdings gibt es auch hier Unterschiede hinsichtlich des Krankheitszustandes: Wer sich noch fit fühlt und nur eine leicht laufende Nase, einen leichten Husten oder ein kleines Kratzen im Hals verspürt, darf gerne noch Laufen gehen; wobei man sich in diesem Zustand nicht verausgaben, sondern nur moderat laufen sollte.

Joggen bei Erkältung: gefährlich oder förderlich?

Mit einer Erkältung Joggen zu gehen kann geradezu lebensbedrohlich werden. Gleich mehrere Punkte sprechen dagegen:

  • Zum einen läuft das Immunsystem des Körpers auf Hochtouren, was bedeutet, dass sämtliche Kraftreserven mobilisiert werden. Wird dem Organismus dann noch zusätzlich Kraft abverlangt, beispielsweise für das Joggen, hat er weniger Energie um die Erkältung erfolgreich zu bekämpfen.
  • Zum anderen entspricht eine Erkältung einer entzündlichen Viruserkrankung. Wird die Durchblutung durch Joggen angeregt, können sich die Viren leichter im Körper verteilen. Schlimmstenfalls „sacken“ sie ab in Richtung Herz und sammeln sich dort, was zu einer Entzündung des Herzmuskels führen kann. Joggen bei Erkältung kann also geradezu lebensbedrohlich werden.

Gibt es Erkältungskrankheiten, bei denen Sport ungefährlich ist?

Auch bakteriell verursachte Erkrankungen der Atemwege mit Symptomen einer Erkältung dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie können ebenfalls zu einer ernsten Gefahr für den Organismus werden. Jedoch ist die Frage, ob Sport getrieben wird oder nicht, letztendlich immer eine sehr persönliche Entscheidung, bei der die eigenen Umstände in Betracht gezogen werden müssen. Beschränkt sich die „Erkältung“ zum Beispiel auf ein leichtes Kratzen im Hals oder eine mäßig laufende Nase, dann muss Sport keine negativen Auswirkungen haben.

Generell sollte immer nach dem eigenen Gefühl gegangen werden: Ist das Körpergefühl eher ein schlappes, sollte das Bett gehütet werden. Fühlt man sich jedoch vergleichsweise fit, kann ein wenig Sport gut tun. Unter Umständen genügt auch ein kleiner Spaziergang, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, ohne den Körper zu überfordern.

Wie lange muss ich warten, bis ich wieder Joggen kann?

Das erste Joggen nach einer Erkältung sollte in Abstimmung mit der Medikation geplant werden.

  • Kein Antibiotikum: Wurde kein Antibiotikum verabreicht, gilt als Faustregel, erst nach drei Beschwerdefreien Tagen wieder mit dem Joggen zu beginnen.
  • Mit Antibiotikum: Wurde die Erkältung jedoch mit einem Antibiotikum behandelt, sollte mit dem Joggen sogar fünf Tage gewartet werden, um kein Risiko einzugehen.

Fazit: Joggen bei einer Erkältung

  • Es ist ratsam, dass erkältet Läufer ein bis zwei Wochen mit dem Laufen pausieren. So wird das Immunsystem nicht weiter geschwächt.
  • Ergebnis eines geschwächten Immunsystems ist eine Erkältung.
  • Diese wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen.
  • Moderate Sporteinheiten, Saunieren und eine gesunde Ernährung schützen den Läufer vor einer Erkältung.
  • Wurde eine Erkältung mit einem Antibiotikum behandelt, sollte mit dem Joggen fünf Tage gewartet werden.

 

Autor: Tom

Hi, ich bin Tom und möchte dir auf Jogging-portal.com zeigen, wie ich aus dem Alltag ausgebrochen bin und zum Läufer wurde. Joggen kann jeder aber ich zeige dir wie es richtig geht. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen, Lernen, Joggen und Trainieren.

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2 Kommentare
  1. Ganz wichtig zur Vorbeugung einer Erkrankung ist auch noch die Vermeidung von Stress. In der letzten Zeit habe ich es mit dem Training etwas übertrieben, aber auch beruflich voll im Einsatz. Mit jedem Tag wurde ich schwächer und kränker, bis mein Körper eine eindeutige Grenze setze: Eine Nebenhöhlenentzündung, die es in sich hat. Nun bin ich gezwungen, mir selbst eine Ruhepause zu gönnen. Gar nicht mal so übel, mal nichts zu tun. Jedoch wäre es besser gewesen, schon bei den ersten Symptomen einen Gang runter zu schalten, dann könnte ich die „Auszeit“ wirklich in vollen Zügen statt mit Krankheitsgefühl auskosten!

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  2. Hallo Tom,
    „Essen und Bewegung sind das A und O“ das kann ich nur unterstreichen. Seit fast 5 Jahren habe ich meine Ernährung zum positiven (viel Obst und Gemüse) umgestellt und gehe regelmäßig zum Joggen, bei jedem Wetter auch wenn es regnet oder schneit. Seit dem war ich keinen einzigen Tag mehr krank. Das war früher anders. Und das beste, es macht richtig Spaß wenn man einen fitten gesunden Körper hat.
    Viele Grüße und schreibe weiterhin so tolle Artikel.

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